Meineke macht Radverkehr zum Thema

VON HEIDI RABENHORST

Wennigsen. Ob Verkehrs- und Klimapolitik, Hilfsprojekte für Frauen oder der Finanzausgleich – die Themen bei einer Gesprächsrunde der Regions-Grünen mit Wennigsens parteilosem Bürgermeister Christoph Meineke waren vielfältig.

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, alle Kommunen in der Region zu besuchen“, sagte Sinja Münzberg, Vizefraktionsvorsitzende der Grünen in der Region. Wennigsen war die 20. Station. Der Gedankenaustausch sei konstruktiv und offen gewesen, bilanzierte die Regionsabgeordnete Nicole van der Made.

Radfahrverkehr im Fokus

Meineke wünscht sich, dass sich die Grünen in der Region für den ÖPNV und den Radfahrverkehr stärker einsetzen. „Wir fühlen uns ein Stück alleingelassen – vor allem was momentan die Kreuzung an der Möllerburg betrifft, wo eine Landesstraße auf eine Regionsstraße trifft“, sagte der Bürgermeister, der das Gespräch mit den Regionsgrünen aber insgesamt als zielführend und informativ bezeichnete. Erneut wurde auch der Wunsch laut, die Buslinie 510 über den Bahnhof Linderte bis nach Holtensen und Bredenbeck zu verlängern. Außerdem hätten es die Wennigser gern, dass die Linie 580 das Gehrdener Klinikum häufiger anfährt. Zudem soll der 562er-Bus am Wochenende Wennigsen auch künftig direkt mit dem Nienstedter Pass verbinden. Der Grüne-Regionsabgeordnete Ulrich Schmersow aus Benthe sagte, diese Buslinie sei nie richtig vermarktet worden sei. Als Beispiel führte er die positiven Erfahrungen mit dem Fahrradbus rund ums Steinhuder Meer an.

Hilfe bei Gewalt gegen Frauen

Mit der Neuausrichtung der Förderstruktur von Beratungsstellen für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, sei es künftig auch Wennigserinnen möglich, sich direkt vor Ort Hilfe zu holen, sagte die Abgeordnete van der Made. Bisher besteht eine Kooperation mit Ronnenberg. „In Wennigsen wird es ein eigenes kleines Beratungsangebot geben – nur wo, ist noch nicht sicher. Ich bin sehr froh, dass die weißen Flecken in der Region sich endlich schließen“, sagte sie. Teil des neuen Konzepts ist es, dass sich die Kommunen finanziell an der freiwilligen Leistung beteiligen. „Die Region trägt 50 Prozent der Kosten für die Beratungsstellen in der Region.“ Vizefraktionschefin Münzberg hob bei ihrem Besuch im Wennigser Rathaus die Parität auf Personalebene hervor: „Zwei von vier Fachbereichen werden von Frauen geleitet.“

Auch in Sachen Klimaschutz gab es Lob. „Selbst wenn der Antrag auf Klimanotstand abgelehnt worden ist, geht es in Wennigsen gut voran. Es wurde eine Klimaschutz AG gegründet, und im Dezember beginnt ein Klimaschutzmanager mit seiner Arbeit“, sagte die klimapolitische Sprecherin der Regions-Grünen, Ute Lamla.

„Ungerechtigkeit ausgleichen“

Thema war auch die desolate Finanzsituation der Gemeinde. „Wir plädieren für einen Finanzausgleich zwischen reicheren und ärmeren Kommunen, ähnlich wie beim Länderfinanzausgleich auf Bundesebene“, sagte Schmersow. Damit ließen sich Ungerechtigkeiten zwischen den Kommunen ausgleichen. Der Kompromiss zur Regionsumlage sei ein Schritt in die richtige Richtung. Er müsse aber durch gezielte Förderungen in bestimmten Bereichen ergänzt werden, erläuterte Schmersow.

Versammlung zu Windkraft

Bei dem eineinhalbstündigen Gespräch fehlte auch das Thema Windenergie nicht. Wenn zwischen Windrädern und Wohnsiedlungen künftig mindestens 1000 Meter Abstand lägen, würden sich die Flächen, die im Regionsgebiet für Windkraft zur Verfügung stehen, drastisch reduzieren, hieß es in Bezug auf einen Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Kohleausstieg. Zum Thema Windkraft in Wennigsen plant die Gemeinde am 23. Januar eine Einwohnerversammlung im Rathaus. Dass es diese geben soll, hatte der Rat im September beschlossen.

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Bürgermeister Christoph Meineke (links) beim Gespräch mit Mitgliedern der Grünen-Regionsfraktion. Foto: Heidi Rabenhorst
Datum der Pressemitteilung: 
Freitag, 15. November 2019

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