Holocaust Gedenktag: Mahnen für die Gegenwart und Zukunft

  • Veröffentlicht am: 23. Januar 2021 - 12:01

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Gedenktafel Wennigsen Holocaust
Gedenktafel Wennigsen Holocaust - Gestaltung: M. Wittich / Wennigsen

Von Lisa Malecha

Wennigsen. Am kommenden Mittwoch, 27. Januar, ist Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust – und auch in Wennigsen sollen alle Bürger die Möglichkeit haben, an diesem Tag der Opfer zu gedenken, wenn auch in etwas anderer Form als sonst. Denn wegen der Corona-Pandemie darf keine gemeinschaftliche Veranstaltung im gewohnten Umfang organisiert werden.

Gedenken vor Ort

Der Rat der Gemeinde Wennigsen hat in dieser Ratsperiode dennoch beschlossen, dass auch vor Ort ein Gedenken stattfinden solle. Sowohl zur Reichspogromnacht am 9.  November als auch zum 27. Januar begeht die Gemeinde Wennigsen daher Gedenkstunden. Die Verordnungslage mit Kontaktbeschränkungen zum Ziel des Infektionsschutzes ist aber auch hier zu beachten.

Damit die Gräuel der deutschen Geschichte auch im Jahr 2021 nicht übergangen werden, haben die stellvertretende Bürgermeisterin Gun Wittrien und Michael Wittich aus dem Rathaus Ideen zur Umsetzung des Gedenktages entwickelt.

Zwei Motive

Für das diesjährige Erinnern hat die Gemeinde Gedenktafeln mit zwei Motiven drucken lassen. Sie zeigen unter der Mahnung „Nie wieder“ stellvertretend für die mehr als 5,5  Millionen Holocaust-Opfer die Schicksale der Schülerin Anne Frank und des Theologen Dietrich Bonhoeffer. „Mit den Gedenktafeln wollen wir – trotz aller Sorgen um die Corona-Pandemie – auch in diesem Jahr die Gewalttaten des Nationalsozialismus nicht vergessen“, erläutert Gun Wittrien. Die gedruckten Plakattafeln werden nun in Argestorf am Feuerwehrgerätehaus, in Bredenbeck gegenüber der Bushaltestelle am Denkmal, in Degersen auf dem Lindenplatz, in Evestorf am Denkmal, in Holtensen am Bücherturm, in Sorsum an der östlichen Ecke Weetzener Straße/Lemmier Straße, in Steinkrug auf der Verkehrsinsel der Lindenallee, in der Wennigser Mark vor dem Corvinus-Zentrum und in Wennigsen an der östlichen Ecke Forges-Les-Eaux-Platz/Hauptstraße sowie am Kurt-Schumacher-Denkmal aufgestellt.

Blumen oder Kerzen erlaubt

An den Standorten sollen alle Wennigser die Möglichkeit bekommen, unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen den Opfern der nationalsozialistischen Barbarei zu gedenken. Die Verwaltung weist darauf hin, dass auch Blumen abgelegt werden oder – unter Wahrung des Brandschutzes – Kerzen angezündet werden können.

„Die Bilder der letzten Wochen, sei es der Sturm auf das Kapitol in Washington oder die versuchte Einschüchterung gewählter Volksvertreter im Bundestag, sind immer noch präsent. Auch auf den Demonstrationen gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie marschieren wieder Faschisten mit“, sagt Wittrien.

Er ergänzt: „Wir dürfen nicht vergessen, wohin Wegschauen und Verharmlosung extremistischer Tendenzen führen können. Am Ende standen in der Vergangenheit die Millionen Toten in den Konzentrationslagern oder Gefängnissen der Nationalsozialisten. Deshalb gedenken wir heute des Vergangenen und mahnen für die Gegenwart und Zukunft.“

Quelle: HAZ / Wennigsen vom 23.01.2021