Wir bauen für die Zukunft: Baugebiet „Im Bergfelde“ Bredenbeck

  • Veröffentlicht am: 16. Juni 2020 - 8:56

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Haushalt Wennigsen
Foto: Jennifer Krebs

Rat der Gemeinde Wennigsen am 9.7.20

zu TOP 9 / Frühzeitige Beteiligung Baugebiet „ Im Bergfelde“ Bredenbeck Beschlussvorlage Drucksache 27/2020 1. Ergänzung

Beschlussvorschlag neu:

Der Rat der Gemeinde beschließt

Den allgemeinen Zielen und Zwecken des Bebauungsplanes Nr. 7 „Im Bergfelde“, OS Bredenbeck und Holtensen sowie den voraussichtlichen Auswirkungen der Planung wird so zugestimmt,  wie sie sich aus der Beschlussvorlage unter Berücksichtigung der vorgetragenen Anregungen/ Forderungen und der Anlage 1 ergeben. Die Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange wird beschlossen.

Stellungnahme Fraktion Bd.90/ Die GRÜNEN Wennigsen

Wir bauen hier Häuser für die Zukunft! Klimaneutral, sozial, ökologisch und nachhaltig.

Das Baugebiet ist das erste neue Neubaugebiet, dass wir als politische VertreterInnen im Zeichen der Klimakrise und dem Wohnungsmangel spezieller Bevölkerungsgruppen aufstellen . Diese

Herausforderungen und politischen Steuerungen sollte der Rat annehmen. Von daher begrüßen wir den Ansatz, barrierefreie Wohnungen und Mehrgenerationen-Wohnungen zu berücksichtigen. Allerdings sind einige Ansätze nicht ausreichend berücksichtigt. Bd/90 Die GRÜNEN beantragen und fordern die aufgeführten Punkte entsprechend im Bebauungsplan, im Städtebaulichen- und Erschließungsvertrag aufzunehmen.

  • Grundsätzlich stehen die GRÜNEN für eine Verkleinerung der Grundstücke, kompaktere Bauweise und für die Errichtung von mehr Reihenhäusern.
  • Weiterhin sollen kleinere Grundstücke für Mikrohäuser/Modulhäuser/Tinyhäuser/Mobiles Wohnen zur Verfügung stehen.
  • Die GRÜNEN begrüßen die Vorschläge zu Kindergarten und Spielplatz  Weiterhin sollte die Errichtung eines Seniorenwohnheimes berücksichtigt werden.
  • Der soziale Wohnungsbau muss im Geschosswohnungsbau ausreichend Berücksichtigung finden. (Quote Hannover 25-30% )
  • Der Klimamanager ist zu beteiligen und begleitet fortlaufend den Erschließungs- und Bebauungsprozess.

Weiterhin fordern Die GRÜNEN:

1) Die Aufstellung eines Mobilitätskonzeptes

z. B. E-Säulen, Parkplätze vor dem Wohngebiet und damit einen autofreien Bereich, Carsharingmodelle, gute ÖPNV – Anbindungen, SPD Vorschlag Bürgerbus, sichere Fahrrad- und Fußgängerwege.

2) Die Aufstellung eines Wärme- und Energiekonzept -Standards

Ziel soll es sein, das Baugebiet klimaneutral zu erschließen.

  • Klimaneutralität bedeutet, auf fossile Brennstoffe im Baugebiet zu verzichten und das Energie- und Wärmekonzept auf die Nutzung erneuerbarer Energien festzulegen, die zu
  • einem hohen Anteil vor Ort erschlossen werden sollen.
  • Von einer Erschließung des Baugebietes zur Gasversorgung wird abgesehen. Ebenso sind Ölöfen vertraglich auszuschließen.
  • Die Häuser sind so aufzustellen, dass die Dachflächen verschattungsfrei von den benachbarten Gebäuden sind, um eine aktive Solarnutzung zu ermöglichen. Weiterhin sind folgende technische Gebäudeausstattungen als verbindliche Mindestanforderung im Sinne eines energieeffizienten Zukunftsquartiers in die städtebauliche Planung / Städtebauliche Verträge / Grundstückskaufverträge für das Baugebiet „Im Bergfelde“ aufzunehmen:
  • Photovoltaik-Anlage mit mind. 6 kWp zur Stromversorgung,
  • KFW 40 Gebäudestandard – oder besser - zur Wärmedämmung,
  • Wärmepumpe zur Wärmeversorgung,
  • Bei einer Beheizung durch Holz ist auf einen hohen Wirkungsgrad und emissionsarme Befeuerung zu achten .

3) Die Erstellung eines Regenwasserrückhaltebeckens unter ökolgischen Gesichtspunkten

4) Der Verzicht/ Verbot von Schottergärten

Begründung

Bis zum Jahr 2050 soll die Energieversorgung in Deutschland im Wesentlichen klimaneutral erfolgen. Der Klimaschutzplan der Bundesregierung sieht bis zum Jahr 2030 eine Minderung der

Treibhausgasemissionen um 67 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 vor. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn die Wärmeversorgung unserer Gebäude energetisch auf neue Füße gestellt wird und ohne fossile Brennstoffe auskommt. Bei diesem Umbau der Wärmeversorgung sind die Kommunen ein wichtiger Akteur. Das Baugebiet ist das erste Baugebiet, welches wir als politische Vertreter*innen im Zeichen des Klimawandels aufstellen. Wir betreten Neuland, aber das Knowhow und die Unterstützungen/ Förderprogramme der Klimaschutzagenturen in Niedersachsen und der Region Hannover bieten Unterstützungsmöglichkeiten.

Die aktuelle Corona- Pandemie darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns nach wie vor mitten in einer Klimakrise befinden. Um die Problematik zu bearbeiten, haben wir überfraktionell eine Klima-AG eingerichtet unter der Begleitung eines Klimamanagers.

Jetzt ist es an der Zeit nicht nur zu reden, sondern zu handeln. Das neue Baugebiet in Bredenbeck kann sich klimaneutral, sozial, ökologisch und nachhaltig zu einer Blaupause für viele weitere Bauvorhaben in unserer Gemeinde entwickeln.

Grundlagen/ Best Practise

30.6.20 Leitfäden/ Musteranträge /Sachinformationen aus der Klima-AG

  • Energieeffizienz und Klimaschutz in der Bauleitplanung Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen Hannover
  • Photovoltaik in der kommunalen Bauleitplanung Muster-Festsetzung von Photovoltaik Anlagen im Bebauungsplänen nach § 9 Abs. 1 Nr. 23 b BauGB mit Begründung für Bebauungspläne
  • Leitfaden Kommunale Wärmeplanung
  • Klimaschutz und Wohnen – Positionierung des Klimaweisen-Rates
  • Möglichkeit, über die Region Hannover einen Förderantrag für ein Wärmekonzept für das Baugebiet zu beantragen